Das vierte Jahrzehnt der Vereinshistorie ist das erste, in dem auch tatsächlich von Anfang bis Ende gespielt wird. Nach dem Gründungsjahrzehnt (1921 bis 1930) war der Verein ab 1933 aufgelöst und erst nach dem Krieg wieder gegründet worden. Auf der Jakobshöhe kann also endlich mit Kontinuität gearbeitet werden – und das schlägt sich direkt in sportlichen Erfolgen nieder.
Nach vier Jahren in der Kreisliga, in der die Gegner noch Heinersreuth, Stadtsteinach und Geroldsgrün heißen, gelingt 1954 der Aufstieg in die Bayernliga: Nach dem ersten Platz in der Liga setzen sich Paul Guhl, Fritz Semmelmann, Georg Wippenbeck und Co. in der langwierigen Aufstiegsrunde gegen Eibelstadt, Südwest Nürnberg, Haßfurt, Pressig und die SpVgg Erlangen mit sieben Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage durch. In der „I. Amateurliga Nordbayern“ spielt man nun endlich wieder auf Augenhöhe mit den Bayreuther Rivalen FC und VfB.
Und im ersten Jahr schwingt sich die SpVgg direkt zum inoffiziellen „Stadtmeister“ auf: Am ersten Spieltag wird der VfB mit 5:0 von der Jakobshöhe geschossen, wenige Wochen später erleidet der FC dasselbe Schicksal und muss beim 3:5 die Segel in der Altstadt streichen. Jeweils rund 5.000 begeisterte Fans sehen die Spektakel auf der Jakobshöhe, die in den Folgejahren schrittweise ausgebaut wird und sich zu einer echten „Festung“ entwickelt. Auch die jeweiligen Rückspiele gehen an die Gelb-Schwarzen, die am Ende der Saison einen respektablen fünften Platz erreichen – der VfB und der 1. FC Bayreuth landen auf dem siebten bzw. zehnten Rang.
Im Folgejahr, der Saison 1955/56, gewinnt der VfB Bayreuth um den zweimaligen Olympia-Teilnehmer Jumbo Zeitler den Ligatitel und anschließend auch die bayerische Meisterschaft, der Aufstieg in die 2. Liga bleibt den Prellmühlern in der anschließenden Aufstiegsrunde aber verwehrt.
Nun hat endgültig die Zeit der Altstadt geschlagen: 1957 wird man Dritter, 1958 Zweiter und 1959 schließlich Meister der Amateurliga Nordbayern – FC und VfB komplettieren die Bayreuther Dominanz und landen 1958/59 auf den Plätzen 2 und 3. Ein Erfolgsgarant bei der Meisterschaft ist Jumbo Zeitler, der vor der Saison vom VfB auf die Jakobshöhe gewechselt war – und die Altstadt nach dem Gewinn der bayerischen Meisterschaft gegen Schwaben Augsburg (2:0 in Bayreuth / 0:0 in Augsburg) gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen Fritz Semmelmann auch in die 2. Liga führt: Im entscheidenden Spiel gegen den VfB Pforzheim gelingt Zeitler in der 107. Minute der entscheidende Treffer zum 2:1.
In der 2. Liga Süd geht es ab 1959 gegen klangvolle Namen wie Waldhof Mannheim, Hessen Kassel oder Darmstadt 98. Die Altstadt schlägt sich in ihrem ersten Jahr mehr als achtbar und erreicht am Ende einen sensationellen fünften Platz. Dabei begeistert die SpVgg um das Trio Fritz Semmelmann (22 Tore), Hans Zeus (18) und Jumbo Zeitler (16) vor allem offensiv und schießt 83 Tore – die meisten der Liga! Ein weiterer Erfolgsgarant ist der Hexenkessel auf der Jakobshöhe, in dem sagenhafte 14 von 17 Spielen gewonnen werden.
Zum ersten Mal nimmt die Altstadt 1959 außerdem am DFB-Pokal teil und liefert dem späteren Finalisten Karlsruher SC einen erbitterten Kampf – erst nach Verlängerung geht die Partie vor 9.000 Fans auf der Jakobshöhe mit 1:3 verloren.
Fußball-Deutschland sieht: In Bayreuth entwickelt sich was!